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Gestartet wurde Venus Express mit einer Soyuz-Fregat Startrakete, die auch schon Mars-Express und die vier Cluster-2 Satelliten erfolgreich auf den Weg gebracht hat. Bei leicht bewölktem Himmel wurde sie in den morgentlichen Himmel von Kasachstan gesteuert, und erreichte schon wenige Minuten später eine vorläufige Erdumlaufbahn.
Ursprünglich sollte sie am 26. Oktober starten, jedoch stellte man wenige Tage vorher leichte Verunreinigungen innerhalb der Schutzhülle der Rakete fest. Diese Schutzhülle (engl. Fairing) ist innen mit Isolationsmaterial verkleidet, von denen sich Teile gelöst, und sich auf der Sonde abgesetzt haben.
Im Ernstfall hätte dieses Material vielleicht Kürzschlüsse verursachen können, deren Folgen unter Umständen den Verlust der Sonde wären. Alle Verunreinigungen konnten jedoch schnell entfernt und alles erneut für den Start vorbereitet werden. Das Startfenster war vom 26. Oktober bis 25. November 2005 geöffnet, somit blieb dem technischen Personal vor Ort genügend Zeit, alle erforderlichen Arbeiten durchzuführen.
Hätte die Sonde nicht in dem gegebenen Zeitfenster gestartet werden können, wäre sie frühestens ca. 9 Monate später auf die Reise gegangen.
Nach dem Start der Soyuz-Rakete steuerte die Fregat-Oberstufe die Sonde in eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn um die Erde. Diese Umlaufbahn wird häufig 'Parkorbit' genannt, da man die Sonde nicht direkt von der Erde wegbeschleunigt, sondern in zwei Schüben erst die Erdoberfläche, und anschließend die Erdumlaufbahn verlässt.
Knapp eineinhalb Stunden nach dem Erreichen der Erdumlaufbahn beförderte eine weitere Zündung der Oberstufe die Sonde auf ihren Weg Richtung Venus. Nach der erfolgreichen Zündung trennen sich Oberstufe und Sonde voneinander, und sämtliche Systeme von Venus Express wurden aktiviert.
Der anfängliche Weg würde die Sonde an der Venus vorbei leiten. Erst Kurskorrekturen während des Fluges werden dafür Sorgen, das die Sonde nicht an dem Planeten vorbei fliegt.
Dies ist ein recht übliches Verfahren, um zu verhindern, das die Oberstufe Fregat, die sich zu diesem Zeitpunkt natürlich auch auf dem Weg zur Venus befindet, im späteren Verlauf nicht mit der Sonde oder dem Planeten kollidiert oder versehentlich in einer Venus-Umlaufbahn strandet. Beides ist zwar äußerst unwahrscheinlich, jedoch will man jegliches Risiko ausschließen.
Nach dem Start wird Venus-Express innerhalb von 5-6 Monaten auf direktem Weg aus der Erdumlaufbahn zur Venus fliegen, d.h. ohne Gravity-Assists von anderen Planeten oder vorherigen Venus-Vorbeiflügen. Insgesamt wird sie in dieser Zeit eine Strecke von 350 Millionen Kilometer zurück legen.
Nach der Ankunft wird die Sonde ihr Haupttriebwerk zünden, um seine Geschwindigkeit zu verlangsamen um von der Gravitation des Planeten eingefangen zu werden. Dafür muss sie ihr Haupttriebwerk ungewöhnlich lange 53 Minuten zünden, um ihre Geschwindigkeit um 1,3 Kilometer pro Sekunde zu verlangsamen. Dabei wird sie den Großteil ihrer 570 Kilogramm Treibstoff verbrauchen.
Nach dem Venus-Orbit-Insertion-Maneuver (VOIVenus Orbit Insertion (VOI) Manöver, bei dem Mittels einer Triebwerkzündung eine Raumsonde in eine Venus-Umlaufbahn einbremst. ) wird die Sonde sich in einem hoch-elliptischen 250 x 220.000 Kilometer Orbit befinden. Für den ersten Umlauf um den Planeten wird sie mehr als 5 Tage benötigen.
Weitere Zündungen des Haupttriebwerkes werden die Höhe der Umlaubahn verringern, bis sich Venus-Express in dem geplanten Orbit von 250 x 66.000 Kilometern mit einer Umlaufzeit von 24 Stunden befindet. Die Höhe des ApogäumsApogäum Planetenfernster Punkt einer Umlaufbahn eines Mondes/Satelliten (sieht Hinweis Glossar). steht noch nicht hundertprozentig fest, sie wird u.a. von den Treibstoffreserven nach dem VOI abhängen.
Aus diesem, noch immer hochelliptischen Orbit, kann Venus-Express sowohl hochauflösende wie auch das globale Untersuchungen durchführen.
Es ist nicht geplant, die Sonde zu einem späteren Zeitpunkt Mittels Aerobraking in eine kreisrunde Umlaufbahn zu manövrieren.
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